DFB-Präsident Denzer zu Gast beim 75-Jahre Jubiläum des Südbadischen Fechterbundes

Der Südbadische Fechterbund (SBF) konnte mit Präsident Swen Strittmatter (Rheinfelden) und seinem Vize Felix Zwicker (Konstanz) in einem Festakt das 75-jährige Verbandsbestehen feiern.

 

Die Festredner zu 75 Jahre SBF (von links): MdL Niko Reith, Fechtpräsident Swen Strittmatter. BSB-Präsident Gundolf Fleischer, Freiburgs Sportbürgermeister Stefan Breiter, Andreas Kaltenbach und Detlef Frankenberger.

 

 

In Freiburg würdigten mehrere Festredner wie Gundolf Fleischer als Präsident des Badischen Sportbundes, Freiburgs Sportbürgermeister Stefan Breiter, die Leistungen des südbadischen Fechtsports und das ehrenamtliche Engagement. Der Präsident des Deutschen Fechter-Bund (DFB), Benjamin Denzer, erinnerte an die Leistung der Gründungsväter im Jahre 1950 und dass der südbadische Landesverband weiterhin ein aktiver Teil des DFB bleiben möge.

Der Präsident des Südbadischen Fechterbundes (SBF), Swen Strittmatter (Rheinfelden), freute sich über ein volles Haus in der Ganter Brauerei Freiburg. Zum 75-jährigen Bestehen des Fachverbandes konnte er die südbadischen Vereine, Abteilungen und Clubs und etliche prominente Gäste willkommen heißen wie den Präsidenten des Deutschen Fechter-Bundes, des Badischen Sportbundes und den Freiburger Sportbürgermeister. Südbadens Sportwart Andreas Kaltenbach (Waldkirch) betrachtete 75 Jahre als einen Marathon, an dem viele mitgewirkt haben. Der Verband stehe aber auch für die Zukunft, für Begeisterung und neue Geschichten.

Südbaden glänzte mit hervorragenden Fechterfolgen

Doch zunächst soll ein kurzer Rückblick auf erfolgreiche Zeiten des doch kleinen Landesverbandes vorangestellt werden und der schon bedeutende Fechtgrößen herausbrachte. Beispielhaft sind Birgit Besser und Manfred Beckmann aus Waldkirch zu nennen, die im Juniorenalter glänzten und an der WM teilnahmen. Beckmann war Juniorenvizeweltmeister und später bei den Aktiven Mitglied der deutschen Degenmannschaft. Eine Größe war auch Olympiateilnehmer Rudi Maier, der anschließend tragischerweise querschnittsgelähmt an den Rollstuhl gefesselt wurde. Nicht wegzudenken ist die Familie Losert aus Freiburg, allen voran Ingrid und Roland. Die Weltklassefechterin Ingrid Losert gewann gleich vier WM-Medaillen. Ihr Bruder Roland wurde 1963 Weltmeister, nahm an mehreren olympischen Spielen teil und gewann 1968 den Gesamtweltcup.

Zuversicht durch neue Talente

Aktuell mischt schon seit Jahren die Ex-Waldkircherin Alexandra Ehler bei den Aktiven im Konzert der Großen mit. Die für Leverkusen startende Ehler ist deutsche Ranglistezweite im Degen und holte 2023 EM-Bronze. Ein weiterer Südbadener hat sich in der deutschen U20-Spitze etabliert. Der Ex-Waldkircher Julius Ruppenthal und heute für Heidelberg startend, wurde im vergangenen Jahr mit dem deutschen Team Vize-Europameister. Jüngste nationale Erfolge bei der Jugend lassen für die Zukunft hoffen. Nach mehreren Medaillen bei Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr, holten zwei südbadische Nachwuchs-Degenfechter vor wenigen Wochen zweimal DM-Silber. Deutscher Vizemeister in der U17 wurde Theodor Zwicker (Konstanz) und in der U15 Mila Masinde (Waldkirch). Eine Tendenz zu berechtigten Hoffnungen für die Zukunft. Doch von der Planche zurück zum Jubiläumsfest zu 75 Jahre Südbadischer Fechterbund.

Gundolf Fleischer und Stefan Breiter mit Grüßen des Badischen Sportbundes und der Stadt Freiburg – Vom BSB der Badische Greif in Silber

Gundolf Fleischer überbrachte als Präsident des Badischen Sportbundes (BSB) und erster Festredner die Grüße des eine Millon mitgliederstarken Verbandes. Fechten sei zwar ein kleiner Verband, aber sehr erfolgreich. Auch komme er immer wieder gerne zu großen Turnieren wie den Deutschen Meisterschaften in Waldkirch. Fleischer hielt ein Loblied auf das Ehrenamt und appellierte „Machen Sie weiter so mit diesem Idealismus“ Zum 75-jährigen Bestehen des Südbadischen Fechterbundes überreichte Gundolf Fleischer den „Badischen Greif in Silber“ als Ehrengabe des Badischen Sportbundes an den Verbandspräsidenten Swen Strittmatter. 

Freiburgs Sportbürgermeister Stefan Breiter
Freiburgs Sportbürgermeister Stefan Breiter
Detlef Frankenberger
Detlef Frankenberger
Franz Muller
Franz Muller

Nach Freiburgs Sportbürgermeister Stefan Breiter fördere der Sport und das Vereinsleben den gesellschaftlichen Zusammenhalt und betonte: „Jeder Euro in den Sport investiert, ist ein gut investierte Euro“. Er erinnerte an die Freiburger Sportgala, bei der Fechterin Ingrid Losert mit fünf Auszeichnungen Rekordhalterin sei. 

Was das Fechten für eine Person und seine Entwicklung bringen kann, schilderten gleich zwei Gäste. Detlef Frankenberger, selbst ehemaliger Fechter, stellte als Hausherr und Geschäftsführer der Ganter Brauerei zudem seine Räume für das anschließende Festessen gerne zur Verfügung.

 

Niko Reith, Landtagsabgeordneter für Tuttlingen-Donaueschingen, hob als früherer Fechter die Charaktereigenschaften des Sports hervor. Dort lerne man neben dem Kampf auch Respekt, Fairness, Verantwortung und Kameradschaft. Die Lehrgänge am Stützpunkt Waldkirch und die Inklusion haben ihn geprägt. „Ich bin stolz, Teil der Fechterfamilie zu sein“.

 

Franz Muller sei gerne der Einladung gefolgt. Der Ehrenpräsident aus dem elsässischen Colmar verriet, dass er mehr auf deutschen als auf französischen Turnieren war. Er brachte das in Frankreich aufkommende Laserfechten mit. Er zeigte, erläuterte das Laserfechten mit keinem Geringeren als dem Präsidenten des Deutschen Fechter-Bund (DFB) den er zum „Duell“ bat.


DFB-Präsident Denzer würdigt Leistungen des Jubilars

Als DFB-Präsident mit Sitz in Bonn sei es für Benjamin Denzer Pflicht und Selbstverständlichkeit, zu diesem 75-jährigen Jubiläum selbst nach Freiburg zu kommen, um gleichzeitig den Kontakt zur Basis zu pflegen. Er ging auf die Gründung des Südbadischen Fechterbundes im Jahre 1950 ein, die nach dem Krieg nur mit Unterstützung der Besatzungsmächte und der französischen Freunde möglich war. Er hob für die weitere Entwicklung beispielhaft einige Personen hervor wie Trainer und Sportwart Sepp Mack und sein Schützling, Degenfechter und Olympiateilnehmer Rudi Maier (beide Waldkirch)  Als Funktionär sei der damalige Seniorensprecher Laki Dobridis (Konstanz) ein wichtiges Bindeglied zum DFB gewesen.
Heute stechen aus Südbaden zwei Namen hervor, so der oberste deutsche Fechtfunktionär: Julius Ruppenthal, der gerade bei der Welt-Universiade focht und Alexandra Ehler (beide Ex-Waldkircher), die seit Jahren in der deutschen Spitze mitfechte und zuletzt bei der WM antrat. Denzer wünsche sich eine baden-württembergische Meisterschaft, dass der Südbadische Fechterbund „weiterhin so aktiv“ unterwegs sei, sich in Baden-Württemberg und „in Deutschland einbringt“. 

Erinnerungsmedaille in Bronze

v.l.: DFB-Präsident Benjamin Denzer, Ehrenpräsident aus dem elsässischen Colmar Franz Muller, Marko Strittmatter, Esther Weber

Zu solch einem Jubiläum sei es für Denzer eine angenehme Pflicht, auch Ehrungen in Anerkennung und Würdigung um den Fechtsport zu würdigen. Dazu hat er aus Bonn eine bronzene Erinnerungsmedaille und Anstecker des DFB mit einer limitierten Sonderedition mitgebracht und hat sie beim Festakt  dreimal vergeben.

 

Die erste konnte er für die Verwirklichung des grenzüberschreitenden Gedankens an Franz Muller aus Colmar überreichen.

 


In Südbaden sei die Familie Strittmatter aus Rheinfelden mit der einstigen südbadischen Fechtpräsidentin Irma, ihrem Mann Marko, ihrem Sohn Swen und heutigen südbadischen Fechtpräsidenten ein Begriff und haben gemeinsam großes für den Fechtsport geschaffen. Marko Strittmatter, in den vergangenen Jahren in vielen Ämtern im südbadischen Vorstand aktiv, konnte Denzer ebenfalls die Erinnerungsmedaille überreichen.


Die dritte im Bunde habe nach dem DFB-Präsidenten heute noch einen klangvollen Namen, wie auch sofort der Applaus bestätigte. Esther Weber war eine herausragende Rollstuhlfechterin, focht und glänzte auf internationalen Turnieren, war ein leuchtendes Beispiel für Inklusion. Auch sie war über diese seltene Ehrung überrascht, als ihr Denzer die Anstecknadel und Erinnerungsmedaille überreichte. Auch BSB-Präsident Gundolf Fleischer hob schon in seiner Festrede  die Leistung der Geehrten hervor. 1992, noch als Esther Weber-Kranz, holte die für den SV Waldkirch startende Rollstuhlfechterin bei den „Paralympics in Barcelona die erste Goldmedaille für Südbaden und dies im Fechten“.