Fünfkämpfer holen Gold und Bronze bei DM in Singen

Beinahe musste die Deutsche Meisterschaft im Klassischen Fünfkampf aufgrund der hohen Temperaturen abgesagt werden. Doch der Deutsche Fechterbund (DFB) hielt am Wettkampf fest, verlegte den Startzeitpunkt im Schützenhaus auf 6 Uhr morgens und zog die leichtathletischen Disziplinen im Stadion auf die frühen Morgenstunden vor. Das organisatorisch umzusetzen war die Aufgabe des Ausrichters und damit der Singener Fechtabteilung, die den Wettkampf in enger Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Schützenverein, der Leichtathletik-, der Schwimm- und der Turnabteilung, die beim Aufbau der Fechtbahnen half, neu strukturierte.
Zudem sorgten ausreichend Getränke, Sonnenschirme im Stadion und kostenloses Eis, das die Fechtabteilung spendierte, für eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der die Teilnehmer zwar ordentlich schwitzten, aber niemand zu Schaden kam. 

Motiviert und gut vorbereitet: Team Singen

Trotz der neuen Umstände reisten knapp 90 der gemeldeten 105 Fünfkämpfer von Lüneburg bis ins Allgäu an, begleitet von den Landespräsidenten Leon Straub aus dem Saarland und Stephan Brüning aus Niedersachsen, der ebenso wie der Mehrkampf-Vorsitzende des Niedersächsischen Turnerbunds Frank Winter auch als Teilnehmer gemeldet war.
Von der Singener Fechtabteilung starteten Felix Bäuerle (U13), Jan Andersen, Lera Gerber, Frida Liebenow und Paul Schreuer (alle U15), Felix Hauser und Hannes von Glinowiecki (beide U17), Theresa Di Stasio (Senior), Daniela Schreuer (V40+) und Christine Marchesi (V50+).
Der Schützenverein Widerhold e.V. begrüßte die Athleten mit frischem Kaffee und Brezeln und sorgte von Anfang an mit 15 Schießbahnen und neuen Auflagen für einen reibungslosen Ablauf. Die zur Verfügung gestellten Schießjacken und Handschuhe wurde dankend angenommen. Somit war die erste Disziplin – das Schießen mit dem Luftgewehr auf 10 m (fünf Probe- und zehn Wertungsschüsse in 15 Minuten) – laut Plan in zwei Stunden erledigt. Beste Singener Schützin war Frida Liebenow, die aufgelegt mit 86 Ringen 13,76 Punkte erzielte.

3. Disziplin: Laufen. Christine (Mitte) auf Erfolgskurs

Im Münchried-Stadion ging es zunächst weiter mit dem Kugelstoßen, anschließend wurden die Laufdisziplinen ausgetragen – je nach Wahl entweder Sprint oder Mittelstrecke (1000 m). 
Hier war es die Leichtathletik-Abteilung es StTV, die für einen top organisierten und strukturierten Ablauf sorgte.
Für Singen erzielte Daniela Schreuer mit der 4-kg-Kugel mit einer Weite von 7,57 m die meisten Punkte, auch beim Sprint hatte sie mit 12,31 sek auf 75 m (7,33 Punkte) die Nase vorn.

Das Schwimmen im Hallenbad bot zumindest den Athleten eine willkommene Abkühlung. In 23 Läufen auf fünf Bahnen traten die Fünfkämpfer in 50 bzw. 100 m gegeneinander an, wahlweise im Brust- oder Freistil und unter der Leitung der Schwimmabteilung des StTV. Auch hier holte Frida Liebenow für Singen die meisten Punkte (7,51); sie absolvierte die 50 m Brust in 54,25 sek.

Nach einer offiziellen Begrüßung durch den DFB-Vizepräsidenten Philipp Gorray, dem Präsidenten den Südbadischen Fechterbunds Swen Strittmatter aus Rheinfelden, selbst ehemaliger Fünfkämpfer, und der Abteilungsleiterin der Fechtabteilung Tanja Andersen aus Singen wartete gegen 13:30 Uhr mit dem Degenfechten in der Münchriedhalle die größte Herausforderung. Hier mussten zwischen sechs und zehn Gefechte auf jeweils 3 Treffer in maximal 2 Minuten absolviert werden. Versorgt mit Getränken, Würstchen vom Grill, Pommes und Salaten wurden die letzten Kräfte mobilisiert, bis gegen 18 Uhr schließlich die Sieger feststanden.

5. und letzte Disziplin: Felix Bäuerle (links) beim Fechten

DFB-Vizepräsident Philipp Gorray nahm die Siegerehrung persönlich vor und betonte dabei die gelungene Veranstaltung, die trotz der Umstände weitgehend reibungslos und mit großem Einsatz durchgeführt werden konnte. „Ihr bleibt definitiv in Erinnerung… wahrscheinlich der heißeste Wettkampf und der früheste in unserer Geschichte.“

Ein persönliches Dankeschön ging auch an den 1. Vorsitzenden Torsten Rauber vom StTV Singen, der bereits im Vorfeld für die notwendigen Kontakte innerhalb der Abteilungen gesorgt hatte. Etwas enttäuscht zeigte man sich über das Fernbleiben eines Vertreters der Stadt Singen.

Der Präsident des DFB Benjamin Denzer – derzeit bei der Europameisterschaft der U14 in Italien – meldete sich noch am selben Abend per Sprachnachricht: „An das gesamte Team ein offizieller Dank seitens des DFBs, des Präsidenten, und allen voran von mir persönlich, da es nicht selbstverständlich ist, den Wettkampf unter solchen Bedingungen durchzuführen. Vielen Dank für das große Sportlerherz und die professionelle Durchführung!“

V.l.n.r.: Swen Strittmatter, Philipp Gorray, Tanja Andersen
V.l.n.r.: Swen Strittmatter, Philipp Gorray, Tanja Andersen

Die Ergebnisse der Singener Fechtabteilung im Detail:
1. Platz: Daniela Schreuer (47,82 Punkte)
3. Platz: Frida Liebenow (41,70 Punkte) und Christine Marchesi (35,88 Punkte)
4. Platz: Lera Gerber (31,16 Punkte) und Hannes von Glinowiecki (36,40 Punkte)
5. Platz: Theresa Di Stasio (33,72 Punkte) und Felix Hauser (30,72 Punkte)
7. Platz: Paul Schreuer (24,92 Punkte)
8. Platz: Felix Bäuerle (30,20 Punkte) und Jan Andersen (16,90 Punkte)