Dozent aus Italien bringt Trainer und Betreuer auf neue Ideen
Fortbildung ist im Sport so wichtig wie gutes Training. Mit diesem Gedanken lud der Südbadische Fechterbund am ersten November-Wochenende zu einem Trainer-Lehrgang mit einem italienischen
Dozenten, um seinen Betreuern in den Vereinen vertiefende Einblicke und neue Ideen für Aufwärm-Übungen, Beinarbeit und Konditions-Training zu geben. Obwohl einige Verantwortliche noch in den
Herbstferien waren, trafen die beiden Tage in Waldkirch und Rastatt erfreulicherweise auf sehr positive Resonanz.
Als Dozenten hatte der SBF Matteo Micheli gewonnen, der hauptberuflich beim „Club Scherma Roma“, einem der großen Fecht-Klubs der italienischen Hauptstadt, arbeitet und fünf Mal pro Woche das
Training mit Kindern und Veteranen anleitet. Der 38jährige studierte Sportwissenschaftler und aktive Säbelfechter verfügt zudem über internationale Lizenzen als Obmann in allen drei Fechtwaffen.
Den Kontakt zu Micheli hatte Veteranensprecher Rainer Volk gemeinsam mit SBF-Sportwart Andreas Kaltenbach geknüpft und mit ihm ein Trainingsprogramm vereinbart.
Nach einem Theorie-Teil zu Anfang führte Matteo Micheli den Teilnehmern kurze Videos zu seiner Arbeit mit Kindern vor. Die Sequenzen zeigten, wie einfach es ist, spielerisch bereits 6- und
7-jährige an den Fechtsport und seine motorischen Besonderheiten heranzuführen. Danach demonstrierte Micheli selbst, wie man (nach dem üblichen Dauerlauf zu Beginn) angefangen bei den Gliedmaßen,
den ganzen Körper systematisch „auf Betriebstemperatur“ bringt. Zur Frage, welche Spiele anfangs mit Kindern sinnvoll sind, kam beispielsweise die Antwort: „Möglichst Spiele ohne Körperkontakt –
dann ist die Verletzungsgefahr am geringsten.“
Auf Nachfragen plädierte der Coach nachdrücklich für eine Drittelung der Trainingseinheiten: Ein Drittel Aufwärmen und Koordinationsübungen, ein Drittel Beinarbeit mit Ausdauer-Betonung (oder einem Zugewinn an Explosivität) – und im letzten Drittel freies Fechten oder Aufgaben-Gefechte. Auch sei auf eine unterschiedliche Gewichtung der Einheiten vor, während und am Ende der Wettkampfsaison Wert zu legen. Und an den Schluss jeden Trainings gehöre ein „Cool-Down“ mit erneutem Stretching-Programm
Der neue Landestrainer Levan Ptskialadze und Waldkirchs Trainer Andy Langenbacher hatten für den Samstagnachmittag einige Nachwuchs-Fechter(innen) aus ihren Trainingsgruppe als
„Versuchskaninchen“ eingeladen. Diesen zeigten die Betreuer dann, was sie am Vormittag gelernt hatten.
Am Sonntag in Rastatt wurde stattdessen das Programm an Demos und Ideen über Vor- und Nachmittag gestreckt und die Lehrgangsteilnehmer waren selbst aktiver. „Das eine wie das andere waren
interessante Erfahrungen, auf denen wir aufbauen können“, meinte Co-Organisator Rainer Volk am Ende.
SBF-Präsident Swen Strittmatter ließ es sich nicht nehmen, an beiden Tagen vor Ort nach dem Erfolg der Fortbildungs-Maßnahme zu sehen. Er dankte den Gastgebern für ihr Engagement (einschließlich
Verpflegung zu Mittag) und den Betreuern und Betreuerinnen aus Konstanz, Singen, Freiburg, Waldkirch, Offenburg, Lahr, Rastatt und Karlsruhe, die die durchaus anstrengenden Stunden auf sich
genommen hatten. „Der Lehrgang zeigt, dass wir uns wirklich bemühen, fechterisch vorwärts zu kommen und den Vereinen Know-how zur Verfügung zu stellen“, so Strittmatters Bilanz, bei der er auch
eine „regelmäßig unregelmäßige“ Fortführung ähnlicher Trainer-Kurse in Aussicht stellte.


